Weihnachtsabendplaudereien

Baby-L2 ist kein Weihnachtskind. Für ihn ist es Stress. Er war zwar den Tag über soweit ok, aber abends wollte er nur noch ganz nah bei uns sein, die Augen schliessen dürfen, Ruhe haben, die Welt draussen lassen.
Man merkt ihm ganz deutlich an, dass das nicht Seins ist. Er braucht seinen Tagesablauf, seine gewohnten Dinge, seine Familie um sich herum.
Nun tankt er ganz viel Mama und Papa und versucht, zur Ruhe zu kommen. So ganz gelingt es ihm noch nicht, nach einem ersten erlösenden Schläfchen findet er nun nicht zurück in den Schlaf und liegt ziemlich groggy und ganz ruhig zwischen uns.

Die Grossen sind vor allem überdreht, aber auch etwas überfordert. Jedes Kind verarbeitet anders. Y ist hibbelig und würde am Liebsten die Wände senkrecht nach oben laufen, J weiss gar nicht, wo ihr der Kopf steht und L ist cool wie immer, lässt sich aber nur zu gerne hinreissen, auch herum zu wuseln.

Insgesamt war der Tag heute etwas eigenartig. Ich habe es doch glatt geschafft, meine ganze Familie zur Mittagszeit vergeblich zur Kirche zu kriegen! Eigentlich bin ich der festen Überzeugung, dass in der Zeitung 11 Uhr stand. Wieso vor Ort auf einmal 14 Uhr draus werden konnte ist mir schleierhaft. Die zweite Kirche im Ort hat gar keinen Gottesdienst heute, mit der habe ich es also auch nicht verwechselt. Käme höchstens noch ein ähnlich klingender Nachbarort in Frage, aber mir ist es schon mehrmals passiert, dass ich beide verwechselt habe, so dass ich mittlerweile eigentlich immer darauf achte.

Wir mussten also unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren. Bei uns gibt es die Bescherung nach der Kirche, damit die Kinder noch reichlich Zeit für ihre Geschenke haben und nicht bis abends warten müssen. Nun gab es die Bescherung eben etwas früher. Danach lecker Schokofondue, und kaum war das gegessen, sind wir zur nächstmöglichen Kirche gepilgert, um den Minigottesdienst dort mitzufeiern. Da passte dann auch die Uhrzeit, wobei wir schon mit bangem Blick kontrolliert haben…;-)

Später gab es Raclette bzw. ist es ja eigentlich ein Tischgrill mit heissem Stein, mit dem ursprünglichen Raclette hat sowas ja nicht mehr viel gemeinsam, aber der Volksmund nennt es halt so. Das war recht lecker, aber tief in meinem Inneren weine ich jedes Mal um die vielen Reste. Man kann es niemals so richtig gut planen, es bleibt immer etwas übrig. Diesmal war die Auswahl auch recht gross, und ich habe mal ganz andere Dinge gegessen als meine gewohnten Klassiker. Kleine Empfehlung: Frühlingszwiebeln, Frstücksspeck in Scheiben und dazu frische Champignons, lecker! Und aus Wachteleiern kann man sehr niedliche Spiegeleier zaubern. Schmecken wie Hühnereier. Man muss nur kräftig aufschlagen, die Schale fühlt sich zerbrechlich an, ist aber ordentlich dick, und die Eihaut (bäh wie das klingt!) ist seeeeehr massiv und reissfest. Dafür bemerkt man wiederum nicht, wenn man Schale mitkaut *flöt*

Die Reste vom Schokofondue wurden zum einen zu einer Art Pralinen: die zimmerwarme Schokomasse wird ja nicht fest, also mischt man einfach Kokosraspeln oder etwas anderes mit Konsistenz, das man gerne isst, darunter. Dann gibt man die Masse in Eiswürfelformen, die aus Silikon gehen super dafür. Ab in den Kühlschrank, und schon gibts leckere Pralinchen. Darf man nur nicht zu lange in den Fingern halten, weil sie super schnell schmelzen. Und Kühliaufbewahrung ist Pflicht.
Das Obst, bis auf die Ananas und Mandarinen, hat der Herr Gatte für den Mini kleingemixt und eingefroren. Schmeckte wie der Trester vom Schnellentsafter, wenn man gemischten Obstsaft auspresst *schleck*

Um die Raclettereste kümmern sich andere, keine Ahnung, was damit passieren wird.

Morgen gibt es dann das Weihnachtsessen, diesmal ist es Gans. Ich freu mich schon! Und deren Reste gibt es übermorgen auch nochmal ;-)

Ansonsten sind die nächsten drei Tage sowohl Verwandtenbesuch als auch Patenbesuch und nochmal Patenbesuch geplant, vorgestern gabs auch schonmal Patenbesuch ;-)

Ich freue mich, wir verbringen die Weihnachtszeit immer als Familie, aber auch mit Freunden. So soll es sein, finde ich!

Kindermund

L und Baby-L2 spielen. L betüddelt seinen kleinen Bruder und sagt ganz liebevoll “Kleines Mäuschen-Baby” *schmacht*

Kurze Zeit später, selber Ort, Baby-L2 und J kuscheln und spielen. Ich trinke eine Art Brause mit Energydrinkgeschmack (cooles Zeug, das ist ohne Koffein und ohne Taurin, eigentlich für Kinder). Baby-L2 möchte mittrinken und klettert mit geöffneter Schnute an mir hoch. J erklärt ihm, dass das nichts für ihn ist: “Das ist Erwachsenen-Bähbäh!”

Ich möchte hinzufügen, dass wir noch nie in Babysprache geredet haben und das auch nie tun werden. Das Bähbäh ist also eine absolute Eigenkreation von ihr ;-)

Nicht dass ihr denkt…

…ich hätte euch vergessen ;-)

Wobei ich ja eh keine Ahnung habe, wie viel hier noch mitgelesen wird…

Jedenfalls, nein, ich hab das Blog natürlich nicht vergessen! Nur anderes im Kopf, schreibmüde, zu viel zu tun…gibt ja immer tausend Gründe, warum es gerade jetzt nicht geht.

Aber JETZT, jetzt nehm ich mir die Zeit :-) Extra für euch! :-))

Nach einem laaaangen (fast 3 Wochen) wunderschönen Urlaub musste erstmal wieder Alltag einkehren. Der Urlaub war toll, aber nicht erholsam. Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass Urlaube für uns in den nächsten Jahren generell nicht entspannend sein werden. Dazu haben wir die falschen Kinder und derer zu viele ;-)

Unser Urlaub hat uns ja in ganz neue Gefilde geführt, zumindest war ausser mir nie keiner in Ungarn. Ich dafür umso öfter, und so war es für mich sehr, sehr schön, einen Ausflug in meine Kindheit zu machen und meiner Familie zeigen zu können, wo ich so viele schöne Tage verbracht habe. Leider ist eine Woche viel zu knapp, um auch nur ansatzweise die Gegend zu erkunden. Andererseits hat diese Woche ausgereicht, um zu erkennen, dass sich vieles sehr zum Negativen verändert hat, anderes hingehen so positiv geblieben ist, dass wir in den nächsten Jahren auf jeden Fall noch einmal wiederkommen werden, dann allerdings für länger.

Wer auf der Suche nach einem preiswerten Urlaubsziel ist, dem kann ich Ungarn nur empfehlen. Wir haben mittags immer ausser Haus gegessen, das hat am Besten in unseren Tagesplan gepasst. Für drei Kinderessen, zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichte und reichlich zu trinken haben wir um die 30 Euro investiert. Da kann man nicht meckern, und es war soooo lecker! Mein Wunsch nach Kesselgulasch ging auch in Erfüllung, allerdings nicht so, wie ich es gerne gehabt hätte, aus dem grossen Kessel überm Feuer, sondern als Vorspeisensuppe am Tisch (im kleinen Kesselchen *g*).
Wir waren mehrmals im Balaton baden, das ist mit Kindern ganz wundervoll, denn das Wasser ist WIRKLICH seicht. Man kann auch mit zwei Nichtschwimmerkindern plus einem schwimmenden problemlos alleine ins Wasser. Seltsamerweise fanden die Kinder meine Idee, eine Schlammschlacht zu veranstalten, gar nicht sooo reizvoll, wie ich erwartet hätte. Der Bodengrund im Balaton ist ganz weicher feinster Sand, den man wunderbar auf andere werfen kann *fg*
Die Wassertemperatur war für mich Frostbeule angenehm, aber auch für den hitzescheuen Herrn Gatten nicht zu warm.
Ganz witzig war der Junior: als er das erste Mal im Wasser war, gab es Wellengang. So schwappte ihm das Wasser immer bis zum Kinn. Er kämpfte in den verschiedensten Posen gegen die Wellen, ein Bild für Götter! Als wir am nächsten Tag wieder baden waren, gab es keinerlei Wellen. Das irritierte L. doch sehr, er verstand gar nicht, warum er nicht mehr gegen das Wasser kämpfen konnte *schmunzel*

Ich selbst muss ja echt zugeben, die Wasserpflanzen, die meinen Füssen ab und zu als einzelne Stängelchen in den Weg gekommen sind, haben mir eine gewisse Gänsehaut eingebracht. Die sind wirklich nicht vergleichbar mit der Unterwasservegetation hierzulande, aber ich bin schon seit Ewigkeiten in keinem See mehr geschwommen :-p

In Ungarn kann man übrigens in den grossen Supermärkten rund um die Uhr einkaufen – auch das ist mit Kindern ganz wunderbar :-) Die Supermarktpreise sind ein Stück niedriger als in Deutschland. Es fällt allerdings schwer, zu interpretieren, was man da kaufen könnte, denn Ungarisch ist eine ganz eigene Sprache, bei der man sich wirklich GAR nichts aus anderen Sprachen herleiten könnte. So stand ich mehrmals komplett überfordert vor dem Salamiregal und habe es letztendlich aufgegeben, weil ich nicht riskieren wollte, eine scharfe Sorte oder eine mit Pfefferkörnern zu erwischen.
Leberwurst ist da übrigens extremst günstig, ein Pfund hat etwa 50 Cent gekostet. Schmeckt etwas anders als bei uns, nicht so kompakt, den Kindern hat sie gemundet :-)

An dieser Stelle mache ich erst einmal Pause, ich hab Hunger ;-)

Nicht von dieser Welt…

Sinngemäß sagte gestern eine Pekip-Mitmama, dass es so wirkt, als wäre Baby-L2 noch immer nicht wirklich auf dieser Welt angekommen.

Irgendwie hat sie recht damit. Dieses Kind ist einfach anders. Ich frage mich, woran das liegen mag?

Die Schwangerschaft war psychisch eine Weile sehr belastet. Darüber habe ich hier nicht wirklich geschrieben, weil es eigentlich nichts mit der Schwangerschaft selbst zu tun hatte und auch nicht direkt mit mir. Aber nur weil man selbst eine Weile traurig ist und viel grübelt, haut es doch ein Ungeborenes nicht so total aus den Latschen?
Ansonsten war natürlich körperlich einiges anstrengend, viel Lauferei und relativ viel Bewegung durch mein Hobby, aber verausgabt hab ich mich nur ganz selten. Nur die wochenlange Bronchitis am Ende und die Unfähigkeit, viel zu essen, aber beides war nichts existentielles oder so.
Und klar hab ich öfter mal gegrübelt, ob mit dem Baby wirklich alles in Ordnung ist, ob die Geburt gut verläuft, ob ansonsten alles klargeht. Aber das machen wohl fast alle Schwangeren, ohne dass sie ein Schreibaby bekämen.
Bliebe noch die Geburt…von meiner Seite aus eigentlich weniger stresssig als die ergebnislosen Wehen bei den beiden vorhergehenden Geburten :-p Für ihn…schwer zu sagen. Ist ja doch eine ziemliche Weile gewerkelt worden, bevor man ihn aus meinem Bauch holen konnte. Und noch dazu ein KS ohne Wehen vorher, d.h. ohne Ankündigung fürs Baby.

Man weiss es nicht. Letztendlich wird mans auch nie herausfinden, zumindest aus meiner Sicht wären das nur Spekulationen, die zwar Mögliches abdecken, aber die wahre Ursache nicht definitiv benennen können. Ich vermute, dass es einfach eine Mischung aus Erleben in meinem Bauch und vor allem viel Persönlichkeit ist. Er ist eben ein sehr empfindsames Baby, und ich hoffe, dass ich seinen Bedürfnissen gut genug gerecht werde.

Wie ich da ausgerechnet heute drauf komme?

Ich war auf dem Klo. Und er lag in der Wippe, mit mir im Badezimmer. Ohne ihn geh ich nur, wenn ich schnell fertig bin oder er tief und fest schläft. Heute hats länger gedauert, und er hat von Anfang an geweint. Bis er sich fast übergeben hat vor Weinen :-(
Aber was soll ich machen? Einhalten bis es mir zu den Ohren wieder rauskommt? *brrr* Ihn auf dem Schoss halten und im Endeffekt keine Hand frei haben…*brrrr* Fürs kleine Geschäft habe ich das durchaus schon gemacht bzw. machen müssen, aber es gibt dann doch Grenzen…ihr könnt es euch vorstellen. Aber solche Momente machen mich einfach traurig, weil ich ihm nicht die Nähe geben kann, die er so dringend bräuchte. Mamas dringendstes Urbedürfnis ist es, dass der Nachwuchs sicher ist. Weinen bedeutet Alarm. Ich wette, dass der Adrenalinpegel einer Mutter schlagartig in die Höhe schnellt, wenn ihr Baby weint und sie nicht zu ihm kann.

So ein Blick in den Spiegel ist da manchmal recht aufschlussreich. Ernster Blick, tiefe Falten…ich habe schon besser ausgesehen :-p

Übrigens, die Rückbildung ist auch so ein Thema…da staunen selbst die, die Baby-L2 aus anderen Situationen kennen, wie unentspannt er doch sein kann. Die Hebamme fragt immer mal, ob er Hunger hat oder seinen Schnuller möchte, ob man ihn vom Bauch wieder auf den Rücken drehen soll…
Nein, hilft alles nichts. Es ist seine Schlafzeit, und schlafen kann er unterwegs nur, wenn er in meinem Arm fest eingemummelt liegt und ich ihn mit dem Schnuller austricksen kann, oder wenn er sich so lange betätigt hat, dass der Schlaf schneller ist als sein Unwille.
Bei der Rückbildung verbringe ich locker die Hälfte der Zeit mit ihm auf dem Arm, so richtig effektiv ist das sicher nicht. Aber die Alternative wäre, gar nicht mehr hin zu gehen, und dann mach ich lieber nur ein bisschen was mit statt gar nichts.

Gerade schreit er sich wieder die Seele aus dem Leib, egal, was ich mache. Die Großen machen einen Mist nach dem anderen und tun alles, um meinen Stresspegel Stückchen für Stückchen höher zu treiben, und sie kosten es auch noch aus, indem sie wegen jeder Kleinigkeit mosern *grrrrrrrrrr*

Und dann sitzt man da und die Tränen laufen vor lauter Hilflosigkeit *schnief*

Der Gedanke, dass der Herr Gatte diese Woche vermutlich zwei Abende ausser Haus sein wird, weil er lange arbeiten muss, kotzt mich so richtig an. In den letzten Wochen kam das immer wieder vor. Jeder einzelne Abend ist eine Zerreissprobe für meine Geduld.

Insgesamt laufe ich übrigens so neben der Spur, dass mir oft schon um 22 Uhr die Augen einfach zufallen. Sonst bin ich eine Nachteule, die nur gezwungenermaßen vor 1 Uhr ins Bett geht, aber die letzten Wochen und Monate fordern ihren Tribut. Mir gehen echt die Lichter aus, und auch tagsüber fallen mir manchmal einfach die Augen zu. Mehr Zeit als für einen kurzen Power Nap habe ich allerdings nicht, denn wenns Baby schläft, muss ich die Zeit nutzen und zumindest mal etwas essen. Oder ein wenig Zerstreuung suchen, den Stress abfallen lassen. Aus dem Bett komme ich gar nicht raus, weil Baby-L2 sofort wach wird, wenn ich nur daran denke, mich zu entfernen.

Eigentlich sollten wir gar nicht in Urlaub fahren, sondern die Zeit, in der der Herr Gatte nochmal Elternzeit hat, stumpf zu Hause verbringen und “nichts” tun. Hätte ich geahnt, wie es sich hier so entwickelt, hätte ich auch kein Ferienhaus gebucht, sondern ganz spontan entschieden und mir vorbehalten, doch nicht zu fahren. Aber vielleicht wirds ja doch ganz anders als befürchtet *hoff*

Übrigens, am Wochenende hatten wir an beiden Tagen sehr viel Action, so einiges an Besuch, viele Leute, die einem den Kleinen mal abgenommen haben, damit man einen Happen essen kann oder anderes (Gastgeber sein mit Baby aufm Arm ist…schwierig *g*). Ich hätte erwartet, dass der Zwerg abends erstmal alles aus sich heraus brüllen muss, was ihm quer gegangen ist an diesen Tagen. Aber statt dessen war er wie immer.

Ich wünsch mir bittedanke für jeden Tag eine Pekipgruppe, denn da ist es am entspanntesten für uns beide. Er darf einfach nur da sein und gucken, und ich auch. Es ist so wunderbar, wenn man sein Baby so entspannt und gut gelaunt erleben darf!

PS: Ich hoffe, es kommt nicht so rüber, als wäre ich nur genervt. Das bin ich nicht! Ich liebe diesen kleinen Knopf über alles, er ist ein ganz wunderbarer Mensch! Und die enge Nähe, das viele Kuscheln, so etwas tut auch mir gut. Nur der Rest wächst einem bisweilen über den Kopf, und dann tut es gut, weitestgehend anonym zu seufzen. Und vielleicht hilft es dem einen oder anderen ja auch auf irgendeine Weise.