Kinderwelten

Der Herr Gatte hat so schön beschrieben, wie J sich verändert hat :-)

Ich erzähle dann mal ein wenig querbeet.

L2 hat heute zum ersten Mal eine Aufführung ansehen dürfen. Ich sozusagen auch, denn bei einer Freileichtbühne war ich selbst auch noch nie. Und L war auch mit dabei, der war aber so neutral, dass ich von ihm diesmal kaum etwas erzählen kann. Eigentlich ist er ja der Treibauf, der immer irgendwelche Schoten bringt oder Unsinn macht – ein wenig wie Michel aus Lönneberga :-)

Jedenfalls, schreiben wollte ich über L2. Der hat normalerweise Hummeln im Hintern, und mehr als zehn Sekunden hält ihn gefühlterweise nichts auf unseren Armen oder dem Schoss. Reiht sich ein in die Bande kleiner Wusel ;-)

Heute hat er die gesamte Zeit nur ein einziges Mal ein klein wenig versucht, von meinem Schoss zu kommen. War doch ein Plastikfisch von der Bühne geworfen worden und landete für ihn gut sichtbar im “Bühnengraben”!

Wir sassen in der ersten Reihe, bei so etwas merkt man dann doch direkt, ob man zu viert oder zu sechst unterwegs ist. Der Unterschied ist RIESIG. Leiht euch mal ein paar Kinder unterschiedlichen Alters aus, so dass ihr insgesamt auf vier Stück der eher jüngeren Sorte kommt, und geht mit denen IRGENDWO hin.
Egal wo ihr hin wollt, ihr müsst erst mal los kommen. D.h. mindestens ein-, wenn nicht mehrmals, müsst ihr nochmal ins Haus zurück. Weil ein Kind noch Hausschuhe an hat. Weil das Trinken fehlt. Weil die Eintrittskarten fehlen. Weil ihr selbst noch Hausschuhe anhabt. Und weils eh so lange dauert, während man wartet, kann man eigentlich noch schnell aufs Klo gehen. Und wenn man dann gerade wieder im Auto sitzt, fällt einem ein, dass da noch drei andere waren, die vermutlich trotz vielleicht stattgefundener Erinnerung daran bestimmt nicht auf dem Örtchen waren. Warum auch. Kann man ja auch erledigen, sobald man angekommen ist. Oder sobald man gerade mit dem angefangen hat, weswegen man da ist. Drei bis fünf Minuten später kommt dann wieder einer an, der mal muss…oder so ähnlich. Alles schon dagewesen, auch wenn es so nach einer hohlen Phrase klingt. Glaubt mir, das gibt es wirklich!

Jedenfalls, ihr seid unterwegs. Während der Fahrt versucht ihr zwanghaft, dem Stimmengewirr-Radio-Autogeräusche-Mischmasch einen Sinn zu entnehmen. Vergesst es, das hat keinen Sinn. Es ist einfach nur vorhanden. Und egal, was ihr machen wollt, um dem zu entgehen, vergesst auch das. Es ist schlicht unmöglich.

Kurzer Auszug gefällig?

Auto, dritte Reihe: “Mamaaaaaaa, quasselquatsch…”
Auto, dritte Reihe, Nebensitz: “Der/die XY lässt mich nicht xyz *heuljammerschluchz*”

Auto, zweite Reihe: “Rabäääää, Rabäääää…schnarch.”
Auto, zweite Reihe: “Lauter!”

Auto, erste Reihe, Fahrersitz: guckt konzentriert, lauscht dem Radio
Auto, erste Reihe, Beifahrersitz: Versucht seit der Abfahrt, das Stimmengewirr zu entwirren, um herauszufiltern, welche Informationen jetzt gerade von Belang sind. Gibt auf und stellt fest, dass das Radio tatsächlich lauter sein dürfte. Dadurch kann man zumindest einen Teil der Geräusche einfach ausblenden. Muss nur laut genug sein und vor allem gut genug, die Mucke. Aber da war doch noch…”Nein!”

Auto, zweite Reihe: “LAUTER!”

Nö, jetzt erst recht nicht! “Nöööööö”

Auto, zweite Reihe: *pling* “Mama, kannst Du bitte das Radio lauter machen?”

Aber gerne doch, so mag ich das.

Zehn Sekunden später…

Auto, zweite Reihe: “Mama,…im Kindergarten…und…Auto…Fenster…WAS?”

Ich überlege, ob ich das ignorieren soll…und starte den Versuch, pädagogisch wertvoll zu reagieren: “L, wenn ich das Radio lauter mache, kann ich Dir nicht zuhören, dann verstehe ich nichts! Entweder reden ODER Radio!”…natürlich muss ich laut schreien, um das Radio zu übertönen…*hüstel*

So geht das pro Strecke mindestens ein Mal.

Schon etwas gestresst, ja? Dabei haben wir gerade mal den Ort verlassen und gondeln auf den nächsten zu…

Ihr ahnt es? Guuuut *fg*

Ich habe übrigens stark abgekürzt, denn bis erstmal alle im Auto sitzen, vergehen leidvolle Augenblicke. Ihr glaubt gar nicht, worüber man alles diskutieren kann. Das geht bis hin zu der Tatsache, dass Jacke A zu warm, Jacke B zu kalt ist und deswegen am Ende gar keine Jacke mitgenommen wird. Ähnliches gibt es mit Schuhen, wobei diese Versuche ab und zu auch dadurch abgekürzt werden, dass man mitten in der Diskussion abgelenkt ist und das Kind die Tatsache, dass es noch Hausschuhe trägt, einfach ignoriert und sich mit selbigen Richtung Auto aufmacht.

Irgendwann kommt man dann aber doch am Ziel an. Auf dem Hinweg hatte zum Glück keiner so gross Hunger oder Durst, als dass sich Diskussionen darum nicht hätten im Keim ersticken lassen. Auf dem Hinweg darf nur ich. Kaffe to go trinken, Energydrinks, und ein Häppchen Schokolade passt auch noch rein.

Das macht euch stutzig?

Nun ja. Wer während dem Frühstück dauernd andere bedient und selbst ein langsamer Esser ist (ich kann nicht schnell essen, sonst k***e ich), der bekommt am Ende einfach zu wenig Frühstück ab. Zusätzlich habe ich seit Jahren chronischen Schlafmangel. Der Blutdruck krebst eh ständig im Keller. Also…kurz gesagt, ich brauche im Auto Frustfutter und irgendwas zu trinken, das mich runterbringt. Koffein hat bei mir eine ausgleichende Wirkung, hibbelig bin ich von alleine.

Übrigens, kurze Anekdote: Zur Zeit werde ich an den Wochenenden ganz liebevoll geweckt. Da materialisiert sich morgens zusätzlich zu L2 ein Kind in meinem Bett, das nichts Besseres zu tun hat, als so lange mit seinen Fingern in meinem Ohr zu stochern, bis ich aufwache. Sobald ich dann wach bin, verschwindet dieses Kind blitzschnell im Kinderzimmer und weckt die anderen, während ich wieder hinwegschlummere, bis die tosende Masse ins Schlafzimmer schwappt und mich überrollt. Bis dahin ratzt der Herr Gatte seelenruhig weiter. Danach auch. Die Z ist ja wach. Dafür bleib ich dann aber auch im Bett hocken, bis er die Frühstückseier gekocht und die Kinder gezwungen hat, den Tisch zu decken. Oder ihn selbst gedeckt hat, denn glaubt mal nicht, dass man ein Kind zu irgendetwas zwingen könnte.

Zurück zum Ausflug.

Vor Ort angekommen, habt ihr mit Sicherheit schon mindestens fünf Mal erklärt, wo ihr überhaupt hinfahrt, warum schon wieder sowas langweiliges ansteht und überhaupt. Dazu noch, warum Ampeln Männchen zeigen, warum Kind A etwas darf, was Kind B nicht darf, warum es keine Getränke mehr im Auto gibt (sie schaffen es JEDES einzelne Mal, JEDES JEDES JEDES ver-x-te einzelne Mal, es auszukippen!!!!!), warum Kind C mit MUSS, warum ihr die schlimmsten Eltern der Welt seid, und warum die Erde sich dreht.

Während ihr die letzten cm in die Parklücke rollt, sagt es hinter euch Tschaklack und das erste Kind steht parat, um Auszusteigen. Und reisst die Tür auf. Das nächste Auto hat Schiebetüren. Ich bin alt, ich halte den Nervenkitzel nicht mehr aus, der sich automatisch einstellt, wenn neben dem eigenen noch ein anderes Auto steht.
Immerhin steigt nur ein Kind so flott aus, beim Rest muss man sich keinerlei Gedanken machen. Der braucht mindestens drei Extraeinladungen und fünf Diskussionsrunden. Oder jemanden, der ihn aus der Babyschale befreit ;-)

Nach der Sichtung des Nachbarautos (dem natürlich nie etwas passiert, immerhin) versucht ihr, jedem Kind eine Jacke zuzuteilen. Dazu müsst ihr sie aus fünf Öffnungen im Auto gleichzeitig vorkramen, denn jedes Kind will SOFORT eine Jacke (Ihr erinnert euch, dass alle Jacken zu warm und zu kalt gleichzeitig sind? Ja? Das Kind nicht, das zieht die heimlich von den Eltern eingeschleuste Jacke jetzt wortlos an…). Und SOFORTESTENS will es trinken. Es verdurstet.

Derweil baut euer Gegenpart den Kinderwagen zusammen, lädt den Rest vom Krempel ein, zieht dem Kleinsten eine Jacke an und verbaut ihn im Kinderwagen.

Diese Aufgaben wechseln, mal ist der eine Opfer, mal der andere.

Ach ja, nicht zu vergessen: Während dies alles passiert, ermahnt man mehrfach, dass hier Autos fahren und alle Kinder beim Auto bleiben sollen, damit keins unter die Räder gerät. Mindestens ein Mal zieht man eins am Schlawittchen wieder zurück. Was es mit Protesten quittiert, weil man ihm weh getan hat. Je mehr Zuhörer, desto empörter.

Sobald alle Kinder und alles, was mit muss und tatsächlich bei der Abfahrt schon im Auto war, gehbereit sind, versucht man, das jüngste selbst laufende Kind an die Hand zu bekommen. Das ist zum Scheitern verurteilt. War ja auch nur ein Versuch…

Unter Diskussionen, warum Kind C denn mit muss, geht es dann weiter zum Eingang. Stehen in der Kassenschlange mag keiner, deswegen steht da nur der Vater. Ihr als Mutter steht etwas abseits und hofft, dass es möglichst schnell geht, denn ein Kind muss aufs Klo, eines langweilt sich und wird deswegen zickig und eines diskutiert, warum es mitkommen musste.

Jetzt unterscheidet es sich ein wenig, was ihr vorhabt. Aber nur ein wenig. So wie das bisher geschilderte, läuft nämlich der Rest auch ab. Ihr versucht, zwischen Diskussionen, warum Kind C mit muss, Gezicke, weil ihr die Hand von Kind B nicht dauerhaft festhalten, enen Kinderwagen schieben und Kind A am Verschwinden hintern könnt. Kind A schaut mal hierhin, mal dahin, mal dorthin. Und danach schaut ihr. Weil Kind A gerade verschwunden ist. Und nehmt euch vor, das nächste Mal doch wieder neonfarbene Kleidung zu nehmen, denn damit erfasst man die Kinder auf einen Blick.

Nachdem ihr die euch zugehörigen Kinder aus mindestens 20 sehr ähnlichen heraussortiert habt, könnt ihr etwa 5 Schritte gehen, bevor ein Kind Durst hat, eines aufs Klo muss und eines diskutiert…

Ich kürze an der Stelle mal ab, denn so ermüdend, wie es wäre, das jetzt absätzeweise zu lesen, so ist es auch im wahren Leben. Es wiederholt sich alles, in steigender Intensität und es steigert sich in dem Maße, in dem eure Belastbarkeit abnimmt.

Und nun bin ich wieder bei dem heutigen Tag. Ich hatte EIN Kind neben mir laufen, das fröhlich und neugierig war. Naja, und eines auf dem Arm. Wurschtegal. Es waren auf jeden Fall nur zwei.

Wir haben einen Platz in der ersten Reihe gefunden, zwar mussten sowohl der Herr Gatte als auch ich dauerhaft jeder ein Kind auf dem Schoss sitzen haben, aber, hey, was solls? EIN Kind PRO Elternteil! Easy going, sowas schaffen wir doch mit links!

Gleichzeitig hat das jeweils EINE Kind (ich muss das immer mal wieder betonen) zu Essen und zu trinken bekommen, während es auf dem Schoss sass. In der Pause war ich ganz entspannt mit Kind auf der Toilette und wir haben trotz wieder beginnender Vorführung noch ein Spiel spielen können. Mir doch egal, obs schon losgeht. Dem Kind sowieso. Das war wohl ebenso begeistert von meiner inneren Ruhe wie ich selbst.

Um es nochmal kurz zu fassen: Mit nur zwei Kindern schaff ich alles! *G*

L2 fand übrigens das vorgeführte Stück sehr schön, er hat mehrmals “Hallo! Hallo!” Richtung Bühne gerufen, zwischendurch geklatscht (was er überhaupt erst ein Mal gemacht hat bisher), den Hund auf der Bühne begeistert kommentiert und die Hauptdarstellerin gesucht, als sie dem Stück entsprechend auf einmal nicht mehr zu sehen war. Und den Buchfinken, der vor uns entlang gehüpft ist und nach fressbaren Krümeln gesucht hat, den bestaunte er auch.

Und jetzt bin ich doch glatt mitten im Erzählen müde. Richtig tiefgehend müde. Lust auf Schlafen habe ich keine. Denn, die Zeit, in der alle Kinder schlafen, das ist MEINE Zeit. Da komme ich zur Ruhe, und zwar vollkommen. Da kann ich durchatmen, und da sinkt mein Adrenalinpegel auf Normalaufgeregtenlevel. Leider ist diese Zeitspanne extrem kurz. Eigentlich bräuchte ich davon ein paar Stunden mehr am Tag. Zum Runterkommen. Es ist bis auf die normalen Schlafgeräusche um mich herum still. Nur L2 hat gerade ein paar Mal im Schlaf geschmatzt. Herrliche Stille ist das.

Leider klingt der Wecker morgen früh gnadenlos. Und deswegen werde ich mich gleich hinlegen. Meinen Computer ausmachen, mein Kopfkissen bequem hinlegen (ich weiss, das Adjektiv passt da nicht, aber mein Hirn ist zu matschig als dass es da was Sinnvolleres draus machen könnte), mich selbst hinlegen, das Licht ausmachen und nach L2 tasten. Der bekommt dann nur ein paar liebevolle Küsschen auf die Stirn, und dann schnappt er sich meinen Arm und fesselt sich drumherum.

In der Nacht werde ich mit Sicherheit mindestens 20.000 Mal aufwachen, weil er nicht mehr da liegt, wo er liegen sollte, und ich Angst habe, dass er sich im Halbschlaf oder Schlaf aus dem Bett rollt und verletzt.

Sie werden ja so schnell gross…

Jetzt ist es langsam wirklich spürbar. Unsere J wird langsam groß. Die letzten Wochen der Kindergartenzeit sind mit der traditionellen Übernachtung der Schulkinder in der Kita angebrochen.

Die Kinder haben jetzt schon ihr Abschiedsgeschenk bekommen (obwohl es ja noch einige Wochen hin sind) und wir eine dicke Mappe mit ausgewählten Kunstwerken der letzten Jahre.  Es ist so faszinierend zu sehen, wie sich ein Kind entwickelt. Nicht nur bei den Fertigkeiten bei der Erstellung der kleinen Kunstwerke, nicht nur wenn man sich alte Bilder ansieht. Auch die Entwicklung der Persönlichkeit in den letzten Jahren, ist unglaublich. Vom kleinen abhängigen Kind zu einem Mädchen mit eigenem Willen, zu einer jungen Dame, die sich selbst ihre Kleidung aussuchen möchte, die hin und wieder Nagellack auf die Fingernägeln bekommen will, die sich mit Freundinnen verabredet und entdeckt, wie es (scheinbar) Spass macht, mit der eigenen Dickköpfigkkeit die Eltern um den Verstand zu bringen. Dabei ist man natürlich nach aussen hin das brave liebe Mädchen, das nie Widerworte gibt und immer freundlich und gut gelaunt ist.

Sie hat so viele Gesichter und Facetten, ein kompletter kleiner Mensch.  Gefühlt hätte ich gesagt, dass sie vor ein paar Wochen nur gekrakelt und nicht gemalt hat. Heute malt sie kleine Kunstwerke und schreibt ihren Namen. Einfach so.

Zu sehen, wie sie mit anderen Kindern umgeht. Wie sie sich einsetzt und bemüht anderen zu helfen, die nicht so viel Glück im Leben hatten ganz gesund zu sein oder einfach noch jung und daher ein wenig unbeholfen sind. Ich hoffe so sehr, dass sie dieses Feingefühl und ihr Hilfsbereitschaft behält.

Sie wird jetzt 6 und hat das Glück, augenscheinlich eine nette und erfahrene Lehrerin in der Grundschule zu bekommen. Und, dass sie mit vielen Kindern aus ihrem Kindergarten in eine Klasse gehen kann. Das sollte ihr den Start erleichtern.

Wie sie sich gefreut hat, als wir losgefahren sind um ihren Schulranzen zu kaufen. Wir mussten danach wirklich nochmal zurück zum Kindergarten damit sie den Ranzen allen anderen zeigen konnte. Sie hat so gestrahlt als ich ihr ihre Schulbücher gezeigt habe die wir bestellen sollten.  Sie sagt sie möchte gerne Lesen lernen. Sie sieht bei Y wie er inzwischen Bücher, Zeitungen und Zeitschriften verschlingt. Er ist dann teilweise kaum ansprechbar. Ich fürchte auch, der tägliche Kampf um die Tageszeitung wird grösser. Y stürzt sich immer auf den Welt-Teil der Zeitung und liest darin länger als wir. Er hat Zeitschriften in denen er liest und uns dann davon ganz begeistert erzählt. Und das in einer Detailtiefe die schon fast erschreckend ist. Oder auch die kleinen Zettelchen die dann geschrieben werden. “Fernse abend?” Dazu dieser stolze und erwartungsvolle Blick. Einfach toll.

Es ist eine tolle Aufgabe Kinder beim Großwerden zu helfen und sie dabei zu beobachten. Ich glaube das ist auch das Tolle am Beruf der Erzieherinnen und Erzieher. Man kann viele Kinder fit fürs Leben machen hat aber den “Luxus” sie abends nicht ins Bett bringen zu müssen.

Aber ich schweife ab. Wir kennen das mit dem Übergang vom Kindergarten zur Grundschule ja schon von Y. Aber ich denke es ist jedes mal aufs Neue spannend und neu. Neue Lehrer, neue Lernmethoden (ja, innerhalb von 2 Jahren kann sich einiges ändern), neue Kinder und deren Eltern mit denen man sich gut oder auch weniger gut versteht. Aber man arrangiert sich irgendwie. Neue “Freundschaften” können dabei aber auch entstehen.

Der Zusammenhalt der Eltern in Ys Klasse ist eigentlich ganz gut. Wobei die Beteiligung am Elternstammtisch besser sein könnte. Aber der harte Kern ist immer da. Und man kann sich auch auf diese Eltern verlassen. Gut ist dann, wenn sich die Kinder auch gut verstehen. Und das passt meistens auch. Ich bin gespannt wie es sich in Js Klasse ergibt. Zwar kennen wir durch den Kindergarten ja schon einige Eltern aber es ist ja immer ein neues Zusammenfinden.

Wie auch immer. Es ist, wird und bleibt spannend. Kommt sie in dieser neuen Welt gut zurecht, passt die Lehrerin zu ihr, fällt ihr das schulische Lernen leicht oder nicht…?

Was bedeutet es Papa zu sein?

Vieles. Und ich werde hier und heute sicher auch nicht alles aufzählen können. Es ist viel mehr als das was in den folgenden Zeilen steht. Aber das sind DInge, die mich gerade bewegen.

Papa sein bedeutet der Alltagsheld seiner Kinder zu sein. Wenn die Hüpfburg aus Strommangel in sich zusammen fällt und man den Torbogen offen hält damit auch das letzte Kind die Burg verlassen kann. L sagte darauf hin, dass er das im Kindergarten erzählen werde, dass sein Papa ein Kind von der Hüpfburg gerettet hat.

Papa sein heisst aber auch konsequent zu sein und Regeln durch zu setzen. Auch wenn man von der Einzigartigkeit und Zuneigung seiner Kinder gefangen genommen wird und man eigentlich erteilte Strafen wieder zurück nehmen oder abmildern möchte.

Papa sein heisst abends nach Hause zu kommen und freudig begrüsst zu werden. “Papa ich möchte kuscheln!” Ich ertappe mich immer mal wieder dabei, dafür keine Zeit zu haben weil ich gerade wieder zwischen zwei Terminen hänge oder das Essen fertig werden muss oder, oder, oder. Ich denke, Papa sein heisst auch, sich einfach Zeit zu nehmen. Ist es wirklich wichtig, ob das Essen 5 Minuten früher oder später auf dem Tisch steht?

Papa sein bedeutet manchmal Ängste einzufangen und aufzulösen. Wenn Y abends zu uns kommt und von irgendwelchen gruseligen Sachen erzählt vor denen er Angst hat beim Einschlafen. Ich kenne das auch von früher. Jeder kennt das denke ich.

Papa sein ist auch, wenn Y von seiner ersten Ferienfahrt zurück kommt und für uns jeweils ein kleines Schokoladentäfelchen mitbringt auf dem ein rotes Herz und “I love you” aufgedruckt sind welche er von seinem Taschengeld gekauft hat.

Papa sein verlangt manchmal einen kühlen Kopf zu bewahren und die kleinen Notfälle des Alltags zu meistern. Den Kindern Ruhe und Sicherheit zu vermittteln, ihnen zu sagen “wird alles wieder gut”.

Papa sein bedeutet auch manchmal die Wut und Traurigkeit der Kinder auszuhalten, wenn sie mit einer Entscheidung nicht einverstanden sind, die man getroffen hat.

Papa sein bedeutet mit den Kindern zu Lachen und zu Toben und im nächsten Moment einfach eine Weile angekuschelt im grossen Bett zu liegen.

Papa sein ist manchmal auch einfach fünfe grade sein lassen. Nur dann und wann.

Papa sein ist einfach schön. Ja, Kinder sind anstrengend. Ja, 4 Kinder sind noch anstrengender. Aber das, was sie einem zurück geben, zu sehen wie sie wachsen und lernen, wie sie verstehen und Wissen in sich aufsaugen, zu sehen, wie sich ihr Leben entwickelt, das ist einfach wundervoll. Jedes Kind, Y, J, L und L2 sind ganz verschieden. Sie rangeln und raufen, bekriegen und vertragen sich, spielen miteinander und schenken uns so viel mit ihrem endlosen Vertrauen und ihrer Zuneigung.

Das alles und noch viel mehr ist “Papa sein”. Und es ist einfach wundervoll und einzigartig.

Neina

Hach, es ist soooo schön! *schwärm*

Wenn das hilflose Baby zum Kleinkind wird, und endlich deutlich(er) zeigen kann, was es möchte.

L2 kann nun ja und neina sagen. Das ist soooooo süss! Süss! SÜSS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Und Lippenblubbern kann er auch :-)

Und wenn er eine frische Windel möchte oder ich ihm sage, dass wir eines seiner Geschwister abholen gehen, dann krabbelt er ganz schnell los, er weiss Bescheid :-D

Wegen seinen Haut- und Nackenknubbelproblemen gibts auch ganz viel Neues. Abstruses *g*

Wir waren dann doch noch beim Dermatologen. Bei einem, bei dem ich mit L auch schon war, aber festgestellt hatte, dass dieser Arzt und ich nicht zusammen passen. Das hat sich seitdem nicht verändert, allerhöchstens insofern, als dass er sich vollkommen disqualifiziert hat.

Laut ihm sind es keine Hautprobleme, sondern das wäre schon “Darm”. Hm, also meiner bescheidenen Meinung nach trägt man seinen Darm eigentlich nicht zwischen den Pobacken spazieren, aber nun gut. Seis drum.

Die Probleme mit der Haut hat L2, weil er zwei verschiedene Antibioka nehmen musste. Streptokokken hätte jeder auf der Haut und man könne nicht alle Bakterienflora zunichte machen.

Dass die Haut schon VOR den ABs so hinüber war, hat er hintenüber fallen lassen und stattdessen gewettert, dass der, der das “verbockt” hätte, das auch wieder richten solle.

Ach ja, und ansonsten wäre seine Ernährung noch schuld. Er wäre ja noch so klein und dürfe bei Weitem nicht alles essen. Der Arzt wollte allerdings gar nicht erst wissen, WAS L2 denn überhaupt zu Essen bekommt. Ist ja auch egal, das ist da dran schuld. Fertig.

Eine Überweisung für die Neurodermitisambulanz können angeblich nur Kinderärzte ausstellen.

Helfen wollte er L2 ja nicht, aber netterweise bekam ich ein Rezept für eine Salbe mit.

Ach ja, das Ergebnis vom Abstrich, das ich dorthin hatte faxen lassen, hat er mal eben als seines ausgegeben…

Die Kinderärztin war erstaunt. Hat mich aber nicht nochmal zum Dermatologen geschickt. War auch nicht nötig. Ich habe nämlich einfach mal stumpf was ausprobiert, was wir zwischendurch immer mal wieder genommen hatten, was aber sonst nicht wirklich was gebracht hatte: Panthenolsalbe! Und die hats geschafft. Seitdem ist er maximal leicht gerötet, wenn ich sie mal längere Zeit weggelassen habe. Einmal drauf, und schon isses wieder gut. Tja.

Die Lymphdrüsen sind immernoch dick. Das AB hat sie auch nach zwei Wochen Behandlungsdauer nicht sonderlich beeindruckt. Im Blut war nichts auffälliges zu sehen, weder Katzenkratzkrankheit noch Borreliose oder sonstwas.
Wir warten nun vier Wochen ab und lassen den Borreliosetiter nochmal bestimmen, zur Sicherheit. Der dürfte aber negativ sein, die Kinderärztin sprach von etwas harmlosem, vielleicht durch Kratzen ausgelöst. Bei Borreliose hätte das AB deutlicher anschlagen sollen.

Ok, bleibt das Bobbelkopfkind eben momentan ein Bobbelkopfkind ;-)

Was mir allerdings jetzt erst auffällt, das, was die Kinderärztin und auch die Notdienstkinderärztin als Mückenstich(abszess) angesehen habe, ist wieder gerötet. Das passt irgendwie nicht so ganz, finde ich *misstrauischguck* Die Haut im Gesicht ist im Moment sowieso etwas gereizt, ich vermute mal, die Wetterumstellung macht da zu schaffen. Mal mit dem Herrn Gatten besprechen und ggf. die Kinderärztin nochmal draufgucken lassen. Wir haben diese Woche sowieso einen Termin zum Impfen mit L.

Ansonsten gibts noch was positives zu berichten: L2 läuft! Vor zwei Wochen schnappte er sich die Schlappen von J und lief los. Pro Hand einen Schlappen, damit geht krabbeln dann ja schlecht, also ab auf die Füsse und los gehts.

Er krabbelt nach wie vor gerne und unglaublich schnell. Dementsprechend nutzt er auch alle Viere, wenn er flott unterwegs sein will. Ansonsten nähert er sich dann aber doch der Fortbewegungsweise an, die wir auch nutzen ;-)

Übrigens, noch eine nette Aussage vom Augenarzt, der ihn letztens durchgecheckt hat, optischerweise: Der ist ja ganz blond, sogar hier hinten hat er nur ganz wenig Pigmente! (während er den Augenhintergrund inspiziert hat)
Also, wir haben ein Kind, das sogar im Kopf drin blond ist! *kicher*

Da wundert mich auch nicht, dass er recht sonnenempfindlich ist und direkt mosert, wenn ein Lichtstrahl ihm ins Gesicht fällt. Ich bin gespannt, wie seine Haut mal wird. So olivgrün wie die von anderen hier wohl eher nicht, wobei Morbus Meulengracht anscheinend familienintern verteilt ist – mal wieder so eine Nebenbeidiagnose wie das Ehlers-Danlos-Syndrom…
Eigentlich könnt ich glatt mal eine Kuriositätensammlung aufmachen, die Kinder und ich haben lauter so seltsames Zeugs. Nie was ganz Schlimmes, aber manches doch arg unpraktisch. Aber ganz viel, das ungewöhnlich ist.

Lauter Individuen! ;-)

BOAH!

Hier muss aber dringend mal staubgewischt werden! *hüstel*

Also, ums mal ganz kurz zusammenzufassen: uns gibts noch ;-)

Es ist halt immer viel zu wenig Abend und damit Muße, zu schreiben. Und, ihr kennt mich ja, wenn ich einmal anfange, dann flutscht es nur so aus mir raus, und das dauert dann…hachja.

So, um aber minimalst abzukürzen spar ich mir den Sums und schreib direkt von ganz aktuellen Dingen :-)

L2 macht es L nach. Ihr erinnert euch an Monate voller Arztbesuche? Ich mich auch :-p

L2s Po ist wund. Wir waren bei der Kinderärztin, beim Dermatologen…hier eine Salbe gegen Pilz, dort ein Mittel zum Schmieren als Schutz, da was zum draufschütten als…hm…gegen die Hautreizung sozusagen…Cortisonsalbe…anderes Pilzmittel…Pflege für die angegriffene Haut…

Als Begleitdiagnose Neurodermitis, die L ja auch hat (mittlerweile seh ich das nicht mehr als mögliche Diagnose an, sondern schon als gesichert, auch wenn es meiner Meinung nach untypisch verläuft). Aber nicht so arg ausgeprägt. L2 hat halt auch diese doppelte Lidfalte, die dafür spricht, und empfindliche Haut. Na wenn das schon ausreicht für eine Diagnose, dann will ich doch glatt eine Überweisung zur Neurodermitisambulanz für ihn. Für L habe ich mir jetzt eine geholt, denn es will mir nicht in den Kopf, so eine Diagnose mal nebenbei gestellt zu bekommen, aber das einfach so laufen zu lassen. Wenn schon, dann richtig. Und wenn L2 laut Dermatologen auch Neurodermitis hat, dann will ich den gerne mitnehmen und das von den Spezialisten auch mal ansehen lassen.

Zurück zu seinem Windelbereich. Letzte Woche waren wir wegen Fieber im Notdienst, andere Ärztin, und bei der Inspektion vom ganzen Kind fiel ihr der Windelbereich auf. Sie empfahl uns dringend, einen Abstrich auf Streptokokken untersuchen zu lassen. Das haben wir dann direkt angeleiert, und siehe da, der fiel schwach positiv aus. Streptokokken sind verantwortlich für Scharlach, können aber auch im Windelbereich auf der Haut auftreten und auch im Darm vorhanden sein. Bleibt das unbehandelt, kann sich eine chronische Verstopfung ergeben. Mag man nicht haben. Und weil man mit Salben nur auf der Haut behandeln kann, gibts statt dessen ein Antibiotikum als Saft zum Einnehmen. Hilft auch gegen die unterdrückte Erkältung, die sein Immunsystem mittels hohem Fieber hervorragend in Schach gehalten hat. War nur bissel viel bissel hohes Fieber, deswegen ja auch der Besuch beim Notdienst.
Weil ein Besuch aber nicht genug ist, sind wir drei Tage später wieder zum Notdienst. Kind pickelig wie ein Streuselkuchen, unsere Idee: wird er wohl auch eine Penicillinallergie haben. Der Notdienstarzt hatte sofort die Theorie, dass wir zu viel Beipackzettel gelesen hätten. Nääää. Die les ich zwar allermeistens, aber nicht wegen der Nebenwirkungen (die les ich normalerweise nicht, weil mir seltsame Erscheinungen so oder so auffallen und wir dann eh zum Arzt gehen). Mein Argument, dass Y und ich so eine Allergie haben, fand er nicht gut. Wir hätten gar keine, denn dann hätten wir Notfallausweise und bla und blubb und so. Woher der weiss, dass wir keine haben, weiss ich allerdings nicht.

Naja, auf jeden Fall war er der Meinung, ohne Allergiepass und Bluttest keine Allergie bei uns, und L2 hätte sowieso keine, das wäre zufällig jetzt aufgetreten. Könnte auch vom Zahnen kommen. Wir sollen nix machen und halt wieder zum Arzt, wenns deutlich schlimmer oder mehr würde. Wo noch viel mehr hätte hinerscheinen sollen, ist mir allerdings schleierhaft, wenns Kind bedeckt von Ausschlag ist. Vielleicht AUF dem schon vorhandenen Ausschlag? ;-)

Damit waren wir entlassen.

Zwei Tage später war ich bei unserer Kinderärztin, denn weg war der Ausschlag nicht und ich hatte so meine Zweifel daran, dass man da keine Ursache für finden könne. Die sah L2, hörte sich meine Geschichte an, erstaunte sich kurz, dass das tatsächlich ein Kinderarzt war, und diagnostizierte: eine Penicillinallergie.

L2 hat jetzt einen Allergiepass. Bevor ich ihr erzählt hatte, dass dieser Arzt das Notvorhandensein selbigens als Beweis dafür angesehen hatte, dass wir keine solche Allergie hätten.

Es gab ein anderes Antibiotikum, eine milde antibiotische Salbe für den Po, einen Abstrich vom Po, weil das AB nicht so angeschlagen hat wie es sollte, antiallergische Tropfen, antiallergische Salbe und die oben genannte antibiotische Salbe für zwei kleine Stiche auf der Wange, die mittlerweile zum kleinen Abszess geworden sind…*tieflufthol*…ööööhm…schnell nochmal durchlesen…ich glaub, das wars an Medikamenten.

Und weils gar so lustig ist beim Arzt, war ich heute schon wieder dort, weil L2s Lymphknoten am Hinterkopf meinen, sie müssten sich auch mal melden. Entweder kommt es von den Stichen auf der Wange, oder möglicherweise durch eine Borreliose. Ist für beides nicht ganz typisch, aber auch nicht untypisch. Wenn die Hubbelchen nächste Woche nicht weg sind, muss Blut abgenommen werden. Ein Titer kann dann zwar noch nicht sicher bestimmt werden (wenns negativ ist, heisst das nicht, dass er keine Borreliose hat, wenns positiv ist, ist es aber definitiv so), aber besser als gar nix.
Immerhin wirkt das AB, das er jetzt nimmt, auch dagegen, er müsste es dann allerdings deutlich länger nehmen.

Ich hab schon geunkt, weswegen wir wohl morgen wieder dort aufschlagen. Irgendwann beantrage ich doch noch ein eigenes Sprechzimmer für uns. Es vergeht ja kaum ein Monat, in dem wir nicht dort sind.

Ach ja, den Mini stört das alles kaum. Er mag nur nicht mehr gewickelt werden, weil er denkt, wir würden Fieber messen wollen. Und die antiallergischen Tropfen schmecken ihm im Gegensatz zum AB nicht. Letzteres nimmt er zum Glück ganz begeistert ein, das erste Kind hier, dass das so macht. Das ist eine riesen Erleichterung!

Das Ergebnis vom Abstrich erfahre ich in den nächsten Tagen, aber wenn sich die Situation nicht verbessert, muss ich wieder zum Dermatologen damit. Es hat sich übrigens an der ärztlichen Versorgung nix verändert, seitdem wir mit L ständig unterwegs waren. Ich habs aufgegeben und erspare uns die weiten Wege. Wenn ich eh nicht ganz zufrieden bin, kann ich auch direkt da hin gehen, wo ich nicht so weit fahren muss.

Ansonsten gehts uns aber gut ;-))))

Weihnachtsabendplaudereien

Baby-L2 ist kein Weihnachtskind. Für ihn ist es Stress. Er war zwar den Tag über soweit ok, aber abends wollte er nur noch ganz nah bei uns sein, die Augen schliessen dürfen, Ruhe haben, die Welt draussen lassen.
Man merkt ihm ganz deutlich an, dass das nicht Seins ist. Er braucht seinen Tagesablauf, seine gewohnten Dinge, seine Familie um sich herum.
Nun tankt er ganz viel Mama und Papa und versucht, zur Ruhe zu kommen. So ganz gelingt es ihm noch nicht, nach einem ersten erlösenden Schläfchen findet er nun nicht zurück in den Schlaf und liegt ziemlich groggy und ganz ruhig zwischen uns.

Die Grossen sind vor allem überdreht, aber auch etwas überfordert. Jedes Kind verarbeitet anders. Y ist hibbelig und würde am Liebsten die Wände senkrecht nach oben laufen, J weiss gar nicht, wo ihr der Kopf steht und L ist cool wie immer, lässt sich aber nur zu gerne hinreissen, auch herum zu wuseln.

Insgesamt war der Tag heute etwas eigenartig. Ich habe es doch glatt geschafft, meine ganze Familie zur Mittagszeit vergeblich zur Kirche zu kriegen! Eigentlich bin ich der festen Überzeugung, dass in der Zeitung 11 Uhr stand. Wieso vor Ort auf einmal 14 Uhr draus werden konnte ist mir schleierhaft. Die zweite Kirche im Ort hat gar keinen Gottesdienst heute, mit der habe ich es also auch nicht verwechselt. Käme höchstens noch ein ähnlich klingender Nachbarort in Frage, aber mir ist es schon mehrmals passiert, dass ich beide verwechselt habe, so dass ich mittlerweile eigentlich immer darauf achte.

Wir mussten also unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren. Bei uns gibt es die Bescherung nach der Kirche, damit die Kinder noch reichlich Zeit für ihre Geschenke haben und nicht bis abends warten müssen. Nun gab es die Bescherung eben etwas früher. Danach lecker Schokofondue, und kaum war das gegessen, sind wir zur nächstmöglichen Kirche gepilgert, um den Minigottesdienst dort mitzufeiern. Da passte dann auch die Uhrzeit, wobei wir schon mit bangem Blick kontrolliert haben…;-)

Später gab es Raclette bzw. ist es ja eigentlich ein Tischgrill mit heissem Stein, mit dem ursprünglichen Raclette hat sowas ja nicht mehr viel gemeinsam, aber der Volksmund nennt es halt so. Das war recht lecker, aber tief in meinem Inneren weine ich jedes Mal um die vielen Reste. Man kann es niemals so richtig gut planen, es bleibt immer etwas übrig. Diesmal war die Auswahl auch recht gross, und ich habe mal ganz andere Dinge gegessen als meine gewohnten Klassiker. Kleine Empfehlung: Frühlingszwiebeln, Frstücksspeck in Scheiben und dazu frische Champignons, lecker! Und aus Wachteleiern kann man sehr niedliche Spiegeleier zaubern. Schmecken wie Hühnereier. Man muss nur kräftig aufschlagen, die Schale fühlt sich zerbrechlich an, ist aber ordentlich dick, und die Eihaut (bäh wie das klingt!) ist seeeeehr massiv und reissfest. Dafür bemerkt man wiederum nicht, wenn man Schale mitkaut *flöt*

Die Reste vom Schokofondue wurden zum einen zu einer Art Pralinen: die zimmerwarme Schokomasse wird ja nicht fest, also mischt man einfach Kokosraspeln oder etwas anderes mit Konsistenz, das man gerne isst, darunter. Dann gibt man die Masse in Eiswürfelformen, die aus Silikon gehen super dafür. Ab in den Kühlschrank, und schon gibts leckere Pralinchen. Darf man nur nicht zu lange in den Fingern halten, weil sie super schnell schmelzen. Und Kühliaufbewahrung ist Pflicht.
Das Obst, bis auf die Ananas und Mandarinen, hat der Herr Gatte für den Mini kleingemixt und eingefroren. Schmeckte wie der Trester vom Schnellentsafter, wenn man gemischten Obstsaft auspresst *schleck*

Um die Raclettereste kümmern sich andere, keine Ahnung, was damit passieren wird.

Morgen gibt es dann das Weihnachtsessen, diesmal ist es Gans. Ich freu mich schon! Und deren Reste gibt es übermorgen auch nochmal ;-)

Ansonsten sind die nächsten drei Tage sowohl Verwandtenbesuch als auch Patenbesuch und nochmal Patenbesuch geplant, vorgestern gabs auch schonmal Patenbesuch ;-)

Ich freue mich, wir verbringen die Weihnachtszeit immer als Familie, aber auch mit Freunden. So soll es sein, finde ich!